FDP: Dr. Werner Hoyer MdB - Staatsminister im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordneter aus Köln - Köln-Archiv

Der Politik ein Gesicht geben!



Die Diskutanten in der Aula des Berufskollegs
24. Juni 2009 - "Der Politik ein Gesicht geben!", so lautete der Titel einer Veranstaltung, mit der das Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg in Zollstock seinen Schülerinnen und Schülern eine frühzeitige Einstimmung und Vorbereitung auf die Bundestagswahl im September 2009 bieten wollte. Tatsächlich bekam dann die Politik in der Aula der Schule gleich fünf Gesichter: - nämlich die von Dr. Lale Akgün MdB (SPD), Dr. Werner Hoyer MdB (FDP), Max Löffler (Bündnis 90/Die Grünen), Ulla Lötzer MdB (Die Linke) und Dr. Michael Paul MdR (CDU). Diese fünf Politikerinnen und Politiker - nicht weniger als drei gehören dem Deutschen Bundestag an - waren der Einladung der Schule zu diesem Podiumsgespräch gefolgt.

>> Website des Alfred-Müller-Armack-Berufskolleg

Nach der Begrüßung durch den Schulleiter Horst Neuhaus stellten sie sich etwa zwei Stunden lang den kritischen Fragen der cirka 300 Schülerinnen und Schüler. Diese hatten sich im Unterricht auf drei Themengebiete vorbereitet: "Arbeit", "Armut" und "Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr". Zusätzlich gab es die Rubrik "Sonstiges", die Raum ließ für Fragen, welche die Schülerinnen und Schüler immer schon einmal loswerden wollten. Bei dieser Gelegenheit konnten sie dann etwa erfahren, dass sich die dicht gedrängten Tagesabläufe und vollen Terminkalender gerade der Bundespolitiker über alle Parteigrenzen hinweg sehr ähnlich zu sein scheinen.


Werner Hoyer bei der Beantwortung einer Schülerfrage
Gleichwohl trat im Laufe der zwei Stunden auch mancher Unterschied zwischen den Parteien deutlich zutage. So etwa bei der Frage nach Sinn und Nutzen von staatlich festgelegten Mindestlöhnen oder der Rolle des Staates bei der Unterstützung oder Nichtunterstützung von Unternehmen wie Opel oder Arcandor in Zeiten der Wirtschaftskrise. Auch das seit Jahren währende Engagement der Bundeswehr in Afghanistan, das mittlerweile mehr als dreißig deutsche Soldaten das Leben gekostet hat, wurde von den Politikerinnen und Politikern auf dem Podium sehr unterschiedlich bewertet.

Das in den Medien viel beschworene und durch diverse Studien immer wieder belegte Desinteresse der Jugend an politischen Themen ? es war an diesem Tag in der Aula des Alfred-Müller-Armack-Berufskollegs nicht wahrzunehmen. Jedenfalls gab es gegen 12 Uhr, als die moderierenden Politiklehrer Bernhard Benedixen, Marc Körver und Florian Sixtus das Ende der Veranstaltung einläuteten, noch immer eine Reihe von Schülerinnen und Schülern, die gerne eine Frage losgeworden wären.

Sie kamen an diesem Tag nicht mehr zum Zuge. Stattdessen quittierten sie die abschließenden Dankesworte des Schulleiters Horst Neuhaus an die Politikerinnen und Politiker, die mit kleinen Präsenten verabschiedet wurden, mit lautem und lang anhaltendem Applaus.


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