FDP: Dr. Werner Hoyer MdB - Staatsminister im Auswärtigen Amt und Bundestagsabgeordneter aus Köln - Berlin-Archiv

EU bereitet langfristige Hilfe vor


18. Januar 2010 - Die Europäische Union unterstützt die Opfer der Erdbeben-Katastrophe von Haiti mit mehr als 400 Mio. Euro. Davon entfallen 120 Mio. Euro auf Soforthilfe. Das sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer, im Anschluss an ein Sondertreffen des EU-Ministerrats in Brüssel. Hinzu kommen weitere 200 Mio. Euro aus dem Budget der Kommission sowie 92 Mio. Euro aus den Haushalten der 27 EU-Mitglieder für den mittel- und langfristigen Wiederaufbau des völlig zerstörten Karibikstaates.

Angesichts der "apokalyptischen Dimensionen" der Verwüstungen werde dies aber bei weitem nicht reichen, sagte Hoyer. "Der Bedarf geht hoch in die Milliarden." Europa werde hierzu noch einen erheblichen Beitrag leisten müssen. "Darum wollen wir uns heute bemühen, dass zumindest die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union möglichst koordiniert und effektiv vorgehen", erklärte Hoyer in Brüssel.

>> AUDIO: ''EU-Minister beraten über Hilfe für Haiti'' - Hessischer Rundfunk (vom 18.01.2010)

Hoyer lobte die große Spendenbereitschaft der Deutschen: Eine Welle der Solidarität gehe durchs ganze Land; die private Hilfe werde die staatliche wohl "in den Schatten stellen". Auch beim Treffen der EU-Außenminister in der kommenden Woche soll Haiti Hauptthema sein. Die Katastrophe wird zur ersten Bewährungsprobe für die neue EU-Chefdiplomatin Catherine Ashton. Die Britin habe die Verhandlungen im Ministerrat "entschlossen und souverän" geleistet, sagte Hoyer. Am Dienstag reise sie nach Washington, um mit US-Außenministerin Hillary Clinton den Wiederaufbau in Haiti zu beraten.

Zudem will die EU rund 150 Gendarme nach Haiti schicken. Sie sollen die Sicherheit auf der Insel wiederherstellen und Plünderungen Einhalt gebieten. Deutsche werden Hoyer zufolge nicht an dem Kontingent beteiligt sein. "Da sind andere besser vorbereitet", sagte er. Gefragt seien Französisch-Sprachkenntnisse und über die verfügten nur wenige deutsche Polizisten.

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