Ein gemeinsames Plädoyer für den Euro
studio dumont

Die Diskutanten im Kölner 'studio dumont' 24. Februar 2011 - Eine Diskussion mit IW-Chef Michael Hüther und FDP-Außenexperte Werner Hoyer bildete den Auftakt zu einer neuen Diskussionsreihe im Studio Dumont. Beide Experten waren sich im Gespräch mit Lutz Feierabend einig: EU und Euro nutzen Deutschland.
"Es wäre unverantwortlich, Griechenland aus der EU oder von der Währung auszuschließen", sagte der Staatsminister im Auswärtigen Amt und FDP-Bundestagsabgeordnete aus Köln. "Der Euro ist das Kernstück." Und Michael Hüther, Chef des Instituts der Deutschen Wirtschaft, war der gleichen Meinung: "Ein Ausstieg kann keine Alternative sein." Darin waren sich die beiden Experten einig, als sie am Donnerstagabend im studio dumont vor rund 140 Interessierten die Frage diskutierten: "Europa rettet Griechenland, wer rettet Europa?" Moderiert wurde die Runde von Lutz Feierabend, stellvertretender Chefredakteur des "Kölner Stadt-Anzeiger".
>> Artikel im Kölner Stadt-Anzeiger als .pdf-Datei (vom 26.02.2011)


Im Interview mit dem Kölner Stadt-Anzeiger Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Eurostaaten hatten das hoch verschuldete Griechenland im April 2010 mit Hilfskrediten von 110 Milliarden Dollar vor der drohenden Zahlungsunfähigkeit vorerst gerettet. "Deutschland profitiert trotz Krise von der EU", sagt Hüther. "Alleine könnte Deutschland in dieser Welt doch nichts bewegen. Außerdem ist der Euro sehr stabil und hat sich etabliert, obwohl viele dachten, dass das nie funktionieren könnte." Hoyer stellte immer wieder dar, welche wichtige Rolle die Politik habe: "Die Politiker neigen dazu, Volkswirtschaften herunterzureden. Sie müssen das leichtfertige Gerede sein lassen. Die Menschen verlieren das Vertrauen, wenn die Politik erst investiert und es nachher schlechtredet."
Nicht nur Griechenland, sondern auch andere EU-Länder wie Portugal, Spanien oder Irland gerieten in den vergangenen Monaten in die Krise. "Um das in Zukunft zu verhindern, müssen wir unbedingt für jedes Land eine Schuldenbremse etablieren", sagte der Wirtschaftswissenschaftler Hüther. "Diese Krise ist auch eine Chance, wenn wir daraus unsere Lehren ziehen. Und Griechenland hat mit der Vielzahl der Reformen eine gute Richtung eingeschlagen." Hoyer rief dazu auf, stärker die globalen Perspektiven zu sehen: "Wir brauchen ein Regelwerk, das den Euro weiter stabilisiert. Insgesamt sind wir auf einem guten Weg."
Die Diskussion war die erste von vier Diskussionsveranstaltungen, die der "Kölner Stadt-Anzeiger" gemeinsam mit dem IW zu dessen 60. Geburtstag ausrichtet.
© Kölner Stadt-Anzeiger vom 25.02.2011, "Ein Plädoyer für den Euro" von Katrin Diener



